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Wenn KI bald selbst einkaufen kann – was bedeutet das für Unternehmen?

  • Autorenbild: Nico Scherer
    Nico Scherer
  • 24. Juni
  • 3 Min. Lesezeit

Künstliche Intelligenz entwickelt sich aktuell rasant weiter. Während die meisten Unternehmen noch darüber nachdenken, wie sie KI für Texte, Bilder oder Automatisierungen einsetzen können, entsteht im Hintergrund bereits die nächste Entwicklung.

Mastercard arbeitet an Lösungen, die es KI-Agenten ermöglichen sollen, unter bestimmten Voraussetzungen selbstständig Zahlungen durchzuführen.

Das klingt zunächst nach einem technischen Detail. Tatsächlich könnte es jedoch die Art verändern, wie Menschen Produkte und Dienstleistungen finden und kaufen.


Von der Empfehlung zur Handlung

Heute nutzen wir KI hauptsächlich als Berater.

Wir fragen ChatGPT nach dem besten CRM-System, lassen uns Reiseziele empfehlen oder recherchieren passende Software für unser Unternehmen.

Die eigentliche Handlung übernehmen wir anschließend selbst.

Wir vergleichen Anbieter, besuchen Websites, lesen Bewertungen und treffen die finale Kaufentscheidung.

Mit KI-Agenten könnte sich dieser Prozess verändern.

Statt nur Empfehlungen auszusprechen, könnten KI-Systeme künftig selbst Aufgaben übernehmen:

  • Reisen nach vorgegebenen Kriterien buchen

  • Software-Abonnements verwalten

  • Verbrauchsmaterialien nachbestellen

  • Termine organisieren

  • Angebote vergleichen und vorbereiten

Der Mensch gibt weiterhin die Regeln und Rahmenbedingungen vor. Die KI übernimmt die Recherche und in manchen Fällen sogar die Ausführung.


Warum das nicht das Ende menschlicher Entscheidungen bedeutet

Viele Diskussionen über KI bewegen sich zwischen Euphorie und Weltuntergangsstimmung.

Die Realität wird vermutlich deutlich unspektakulärer sein.

Menschen kaufen weiterhin von Menschen.

Vertrauen, Markenbindung, Emotionen und persönliche Empfehlungen werden auch in Zukunft wichtige Faktoren bleiben.

Niemand wird eine Unternehmensberatung für 50.000 Euro beauftragen, nur weil eine KI das vorgeschlagen hat.

Bei vielen standardisierten Entscheidungen sieht die Situation jedoch anders aus.

Wenn es um die Nachbestellung von Büromaterial, eine Hotelbuchung für eine Geschäftsreise oder die Auswahl einer Projektmanagement-Software geht, könnten KI-Agenten schon bald einen Großteil der Vorarbeit übernehmen.


Welche Branchen besonders früh betroffen sein könnten

Nicht jede Branche wird sich gleich schnell verändern.

Besonders interessant sind Bereiche, in denen Entscheidungen auf klaren Kriterien basieren.

Dazu gehören beispielsweise:


Reisebranche

Flüge, Hotels oder Mietwagen lassen sich bereits heute anhand von Preis, Bewertung, Verfügbarkeit und Standort vergleichen.

Perfekte Voraussetzungen für KI-Agenten.


SaaS und Software

Unternehmen nutzen bereits heute Vergleichsportale und Bewertungsplattformen, um passende Software zu finden.

Künftig könnte eine KI diese Recherche übernehmen und eine Vorauswahl treffen.


E-Commerce

Gerade bei standardisierten Produkten wie Elektronik, Haushaltsartikeln oder Verbrauchsgütern könnten KI-Systeme Angebote vergleichen und passende Produkte vorschlagen.


B2B-Beschaffung

Wiederkehrende Bestellungen, Verbrauchsmaterialien oder einfache Beschaffungsprozesse bieten großes Potenzial für Automatisierungen.


Die eigentliche Herausforderung für Unternehmen

Viele Unternehmen fragen sich aktuell:

“Wie werde ich bei Google besser gefunden?”

Diese Frage bleibt wichtig.

In Zukunft könnte jedoch eine weitere hinzukommen:

“Versteht eine KI mein Angebot überhaupt?”

Denn wenn KI-Agenten Produkte und Dienstleistungen recherchieren, vergleichen und empfehlen, benötigen sie vor allem eines:

klare Informationen.

Dazu gehören:

  • strukturierte Produktdaten

  • transparente Preise

  • verständliche Leistungsbeschreibungen

  • Bewertungen und Referenzen

  • aktuelle Informationen

  • vertrauenswürdige Quellen

Je besser eine KI ein Unternehmen verstehen kann, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, überhaupt in die engere Auswahl zu kommen.


Warum GEO und LLMO an Bedeutung gewinnen

Genau an diesem Punkt werden Themen wie GEO (Generative Engine Optimization) und LLMO (Large Language Model Optimization) interessant.

Während SEO darauf abzielt, bei Google gefunden zu werden, beschäftigen sich GEO und LLMO mit einer neuen Frage:

Wie müssen Informationen aufbereitet werden, damit KI-Systeme sie verstehen, zitieren und empfehlen können?

Diese Entwicklung steckt noch in den Anfängen.

Die Richtung ist jedoch klar.

Unternehmen werden künftig nicht nur für Suchmaschinen optimieren müssen, sondern auch für KI-Systeme.


Fazit

KI wird Menschen nicht ersetzen.

Sie wird jedoch immer häufiger als Vermittler zwischen Kunden und Unternehmen auftreten.

Vielleicht besucht der Kunde morgen nicht mehr zehn Websites, um eine Entscheidung zu treffen.

Vielleicht lässt er eine KI die Vorauswahl treffen und bewertet anschließend nur noch die besten Optionen.

Für Unternehmen bedeutet das vor allem eines:

Wer heute damit beginnt, Informationen klar, strukturiert und verständlich bereitzustellen, schafft die Grundlage für die nächste Generation digitaler Sichtbarkeit.

Die Frage lautet künftig nicht nur:

“Wie werde ich gefunden?”

Sondern auch:

“Würde eine KI mein Unternehmen empfehlen?”


Dieser Beitrag bezieht sich auf die Veröffentlichung von Mastercard auf Linkedin:





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